Eine Zensur findet nicht statt? Doch!

Eine Zensur findet nicht statt? Doch!

Hat es vor einiger Zeit schon Otfried Preußlers „Kleine Hexe“ getroffen, indem man aus „Negerlein“ Messerwerfer machte und aus „Türken“ Cowboys, ist nunmehr Astrid Lindgren an der Reihe, politkorrekt zensiert zu werden.

Konkret geht es um das Buch „Pippi in Taka-Tuka-Land“ und die Bezeichnung von Pippis Vater als „Negerkönig“ und „König der Neger“. Ausdrücke, die in den Augen der zensurwütigen Gemeindeverwaltung politisch inkorrekt und rassistisch sind.

Hach ja, was wären wir ohne die allgegenwärtige Political Correctness der Linksverstrahlten? Ohne jene, die bestimmen möchten, was gesagt werden darf und was nicht? Die „No Border“ krakeelen, aber ihre eigene Haustür sorgfältig abschließen, wenn sie sich auf dem Weg zum Teddybärenwerfen machen oder zur Deutschland-ist-Scheiße-Demo?

Und natürlich Bücher! Die müssen ganz genau auf böse Wörter abgeklopft werden. Harmlose Kinderbücher! Begriffe, die jahrzehntelang völlig gebräuchlich waren und nie jemanden gestört haben, die jugendlichen Leser wahrscheinlich am allerwenigsten! Schluss damit! Das sagt man nicht, das ist rassistisch!

Böses Buch! Zu dumm, dass man es nicht einfach öffentlich verbrennen darf, nicht wahr? Also setzt sich der linke Arsch auf die linke Backe und streicht und ersetzt und korrigiert, bis es dem linken Zeitgeist angemessen erscheint. Gab es so etwas nicht schon mal? Da war doch irgendwas mit entarteter Kunst …

Wie erbärmlich ist das eigentlich, Methoden derer anzuwenden, die man zu bekämpfen sich doch auf die Fahnen geschrieben hat?

Man sollte sich vor Lachen über diese Doppelmoral ausschütten und kann doch nur im Strahl kotzen!

Eine empörte Schwedin macht sich auf der Facebookseite einer der Verantwortlichen Luft:

“Sie brauchen dringend Nachhilfe in Sachen Kultur, schwedischer Kultur. Ich musste gerade lesen, dass Sie das schwedischste, das unsere Kultur zu bieten hat, zerstören und ausmerzen: Pippibücher. Astrid Lindgren, sie sei gesegnet – sie muss sich im Grabe umdrehen. Schwendens bekanntestes Kinderbuch wird im Namen der Political Correctness zerstört. Kein Schweden ohne Pippi! Das ist Rassismus gegen Pippi!“

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Geisterfahrer

Geisterfahrer

Es gibt ein Phänomen, das zu ergründen sich schon Heerscharen von Fachleuten bemüht haben. Ungezählte Lösungsvorschläge wurden gemacht, Untersuchungen angestellt und doch tritt es immer wieder mal in Erscheinung.

Der Geisterfahrer.

Jemand, der trotz aller Warnungen die falsche Auffahrt benutzt und damit sich und den ganzen Verkehr in Gefahr bringt. Der Witz ist alt und bekannt und dennoch trifft er den Nagel auf den Kopf: Radiodurchsage „Achtung, auf der Autobahn kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen!“ Darauf der Geisterfahrer: „Wieso einer? Hunderte!!!“

Also nicht er ist sich seines Fehlers bewusst, die Anderen sind schuld und fahren verkehrt.

Auf Facebook ist zur Zeit eine Diskussion im Gange, die mich beim Mitlesen und -kommentieren an dieses Phänomen denken ließ. In der Gruppe, die sich mit Selfpublishing beschäftigt, beklagt sich jemand bitterlich, dass er eine Absage von einer Verlagsagentur bekommen hat. Gleich zu Beginn stellt er das Cover seines Meisterwerks sowie das Absageschreiben online

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Joah … okay. Um den Inhalt soll es ja nicht gehen, das kann jeder halten wie er will.

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Soweit eine ganz normale, standardisierte Absage, wie sie zuhauf an unbekannte Autoren verschickt werden, wenn das „Werk“ einfach nicht ins Programm passt. Für den Meister jedoch ein Anlass, sich öffentlich über die Zurückweisung zu beklagen. Entsprechend fallen auch die Antworten aus:

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Also alle seine Anschreiben zielen auf „positive Regungen“. Ich übersetze das mal für mich: Weil seine Anschreiben positiv sind, MUSS sein Werk auch Interesse finden. Und wenn das nicht passiert, hat die Gegenseite eben keine Ahnung.

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Na klar: Für seinen genialen Text muss sich der Literaturagent natürlich viel mehr Zeit nehmen, als für all die anderen Einsendungen, keine Frage! Und das Publikum? Muss natürlich „wachsen“, soll erneut heißen, wer sein Buch nicht lesen will, ist doof.

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Mir kommen die Tränen. Nicht nur wegen des diffusen, inhaltslosen Geschwurbels, sondern weil hier eben jene Arroganz und Überheblichkeit zu Tage tritt, die mir immer wieder mal bei Selfpublishern auffällt. Igitt, 35, 40 Verkäufe! Ich doch nicht! Ich habe DAS epochale Meisterwerk geschrieben, da muss ich mich doch nicht mit Krümeln abgeben, ich will Tausende verkaufen!!! Kein Ansatz, es erstmal im Kleinen zu versuchen, sich erstmal ein Publikum aufzubauen und zu sehen, komm ich überhaupt an, mit dem, was ich verfasse? Nein, ich will sofort groß einsteigen und den Literaturbetrieb aufmischen!

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Völlig berechtigte Einwände der Mitleser, die aber samt und sonders den ganzen Thread hindurch am Meister abprallen wie Wasser auf Gänsefedern. Man versteht ihn einfach nicht. Man verkennt seine Genialität.

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Das geht unaufhörlich so weiter, bis er schließlich sein Krönchen richtet und beleidigt von Dannen rauscht.

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Woher kommt nur so eine arrogante Denkweise? Zu glauben, nur weil man in der Lage ist, ein paar Seiten mit Text zu füllen, ein Schriftsteller/Autor zu sein, der unbedingt veröffentlicht werden muss? Natürlich von einem renommierten Verlag, der das ja alles auch finanziert und den Autor obendrein auch noch bezahlt?

Hinzu kommt dann noch, dass es wie in diesem FB-Thread tatsächlich Leute gibt, die auch noch Tipps geben und ernsthaft versuchen, dem Typ zu helfen. Und was kommt als Reaktion? „Mist“, „Dreck“, „bösartiger Müll“.

Ich schätze, was er erwartet hat, als er den Thread eröffnete, waren bedauernde Antworten, wie fies doch die Agentur zu ihm war und wie toll doch sein Buch und sein Thema wäre und dass er ganz bestimmt noch einen Verlag fände und dass er sich nicht unterkriegen lassen soll!

Kritik? Pfui Bäh! Das ist ja böse! Gelobt werden will man, nicht wahr? Und wenn kein Lob kommt, dümpelt man weiter in seinem Stil herum, greint dann und wann ein bisschen im Netz herum, wie ignorant doch alle sind, aber nimmt sich Kritiken natürlich keinesfalls zu Herzen, oder – wie anmaßend – arbeitet an sich und seinen Texten. Never ever! Statt dessen setzt man sich die Motz-Maske auf und fährt wie der Geisterfahrer stur weiter, alle Hupen und Warnungen ignorierend, weil die tatsächlichen Falschfahrer immer die anderen sind!

Akif Pirincci: „Der Übergang“

Akif Pirincci: „Der Übergang“

So lautet der Titel des neuesten Buchs von Akif Pirinçci, mit dem Untertitel „Bericht aus einem verlorenen Land“. Akif ist ein türkischstämmiger Autor, geboren 1959, kam er im Alter von 10 Jahren mit seinen Eltern und der älteren Schwester nach Deutschland. Als Schüler schrieb er schon Drehbücher und Geschichten, bis er mit der Kurzgeschichte Am Ende aller Zeit, die in der Anthologie Die Anderen des Heyne Verlags veröffentlicht wurde, 1979 als Schriftsteller debütierte. Mit seinem zweiten Roman, dem Katzenkrimi Felidae, der ein Millionenerfolg wurde, gelang ihm der Durchbruch und die finanzielle Unabhängigkeit. Pirinçci lebt in Bonn. Er hat einen Sohn.

Akif hat sich in der jüngeren Vergangenheit durch Reden, Bücher sowie Beiträgen in Blogs und Zeitschriften immer wieder kritisch zur Masseneinwanderung, Migrantengewalt und der schleichenden Islamisierung Deutschlands geäußert. Wie andere Autoren auch, die sich diesbezüglich zu Wort melden, wurde er schnell als Hetzer und Hassprediger gebrandmarkt, was u. a. darin gipfelte, dass sein Verlag Random House alle seine Bücher, inklusive der harmlosen Katzenkrimis aus dem Programm nahm und ihn damit finanziell und gesellschaftlich ins Abseits stellte. Hätten sich nicht kleine Verlage gefunden, wie zuletzt der Antaios-Verlag aus Schnellroda, wäre Akif womöglich für immer verstummt.

Das Buch:

„Der Übergang“ beschreibt auf 208 Seiten auf eindrucksvolle Weise, wie sich ein Land zunehmend schleichend verändert.Nachfolgend einige Zitate aus dem Buch, eigene Anmerkungen stehen als normaler Text dabei. Es ist unmöglich, alles zu zitieren, geschweige denn zu kommentieren. Die Auszüge sollen lediglich Appetit machen auf ein Buch, das den real existierenden Wahnsinn hierzulande ganz hervorragend veranschaulicht.

Kapitel 1 „Dementia“ beschäftigt sich mit Beispielen von ehemals honorigen Personen der Nachkriegszeit, wie Wernher von Braun oder Carl Diem, die auf Initiative von Grün-Linken aus dem kollektiven Gedächtnis entfernt werden sollen, indem man Straßen, Plätze, Schulen oder Institute, die ihre Namen tragen, umbenennt, nur aufgrund ihrer Vergangenheit.

Gänzlich zur Komödie entartete die Umbenennerei, als die „Wegernesche Granulomatose“ (eine Erkrankung des Gefäßsystems)  zur „granulomatösen Polyangiitis“ umetikettiert wurde, nachdem man entdeckt hatte, dass ihr Entdecker, der Pathologe Friedrich Wegener NSDAP-Mitglied war.

Gleichzeitig werden ausländische Opfer des sogenannten NSU innerhalb kürzester Zeit zu Namensgebern von Straßen in Hamburg, wie die „Tasköprüstraße“. Aber was macht den ermordeten Kaufmann bei aller Tragik, die niemand klaren verstandes abstreiten würde, so einzigartig, dass man eine Straße nach ihm benennt, fragt Akif und liefert auch gleich die Antwort.

In diesem Land, in dem dank täglicher Steuergeldduschen von der Realität suspendierte, außer eine grün-debile Toleranzdiktatur abzunicken nix zu tun brauchende, das eigene Volk als den wahren Feind betrachtende und in einer von multikultiwahnsinnigen Vollidioten zusammengeschraubten Parallelwelt … wurde der Ausländer Stück um Stück in den Stand eines Gottes erhoben. Freilich handelt es sich bei diesem Gott nicht um einen Italiener, Franzosen, Amerikaner oder Dänen, also um ein nur so doofes Zeug wie Cytostatika und Einparkhilfen fürs Auto erfindendes, weißes Arschgesicht …

Weiter fragt er – und wie so oft musste ich beim Lesen zustimmend nicken –

Denn wo sind all die Straßen, die nach Daniel S., Jonny K., Niklas P., Peter Quast, Fabian S., Marlis K., Kevin Plum, Jasmin O., Jörg Haas, Marian Laboda, Robert Edelmann, Sascha K. und weitern über 3000 von Migranten ermordeten Deutschen seit 1975 benannt wurden?

Nichts soll aufgerechnet werden, kein Mord gegen den anderen, jeder ist tragisch und zu verurteilen und doch gibt es bei der Bewältigung und Aufarbeitung von solchen Ereignissen hierzulande frappierende Unterschiede.

Kapitel 2 „Am Beginn des Übergangs“ beschreibt die Unmerklichkeit des Übergangs als dessen markantestes Kennzeichen. Man starrt auf eine Uhr und es scheint sich nichts zu bewegen. Und plötzlich stellt man fest, dass schon wieder eine Stunde vergangen ist. Als Leser des Buches – und ich vermute, das werden nur diejenigen sein, die ohnehin wissen, wie es in unserem Land derzeit aussieht – könnte man, so Akif

… meinen, dass wir bei der gegenwärtigen Deformation Deutschlands zu einem nahöstlich-afrikanischen Staat, realistischer jedoch zu einer Zukunft voll bestialischer Gewalt, tattäglicher Sexattacken, steinzeitlichem Gebaren und der Versklavung des Wirtsvolkes bei gleichzeitiger Verachtung seiner indigenen Bürger durch Eindringlinge längst über einen Übergang hinaus sind.

Da kennen wir die Wahrnehmung der Gegenseite aber nicht gut genug. Jene Gegenseite, die sich allen alltäglichen Gewaltmeldungen – so sie es in die Mainstreammedien schaffen – zum Trotz immer noch sicher fühlen, auch wenn Töchter/Freundinnen doch besser in Begleitung unterwegs sein sollten und …

… eingelullt von den Öffentlich-Rechtlichen die ihm die stetigen Veränderungen zu seinem Untergang lediglich häppchenweise und in Moralwatte verpackt servieren … kann sich der Durchschnittsdeutsche … hübsch einreden, dass bis auf das ihn immer spürbarer umzingelnde häßliche und mörderische Islamflair eigentlich alles beim Alten geblieben ist.

Akif nennt es ein Sehnen nach der guten alten Zeit und weil diese unwiederbringlich vorbei sei, tröste man sich mit der Selbstlüge, dass die jetzigen Zeiten noch besser seien. Wahnsinn!

Die Gewöhnung an den Übergang ist so vollkommen, die emotionale Verrohung der Deutschen durch die Fremdbarbarei so fortgeschritten, daß sie die von irren und steuergeld-saugenden Dumm-und-Dämlichschwätzern geschaffene Illusionsblase, in der sie sich befinden, für die Realität halten, obendrein für eine Alles-wird-gut-Realität. Man geht nicht millionenfach auf die Straße, wenn der -zigste junge Landsmann oder die -zigste junge Landsmännin von orientalischen und afrikanischen »Gästen« oder »Mitbürgern« vergewaltigt, zum Krüppel gemacht, erschlagen oder gemessert wird, wie es bei Volksgemeinschaften mit Anstand noch der Fall ist. Im Gegenteil, ob solcher Zeilen melden sich von überall sofort Anstandsdamen, Blockwarte, Rechthaber, Berufsdenunzianten, Korinthenkacker, Gegen-Rääächts-Spastis oder schlicht Deutschphobe zu Wort und klären in ihrer nord-koreageschulten Rhetorik darüber auf, daß man nicht pauschalisieren dürfe, wo doch irgendwelche von der Regierung gefaketen Statistiken etwas ganz anderes bewiesen, die »Menschenwürde« (die Wunderwaffe des Gutmensch-Roboters, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht) selbst eines kinderschändenden und mordenden Dahergelaufenen unangetastet bleiben müsse und ansonsten die Anzeige wegen Volksverhetzung eh schon raus sei. Volksverhetzung! Als ob diese Kreaturen irgendwas mit dem deutschen Volk am Hut hätten!

Kapitel 3 „Einparkhilfe“ beschäftigt sich mit der Tatsache, dass viele Leute hierzulande zu glauben scheinen, all der Luxus und der Fortschritt, der uns umgibt und uns das Leben in vielerlei Hinsicht einfach macht, einfach immer da sein wird.

Diese materiellen Hedonisten, so will ich sie bezeichnen, gehen zu allererst davon aus, daß der westliche Wohlstand und Fortschritt eine Art Naturgesetz sei, das immerdar in ihrer privilegierten Welt walte, sich quasi von selbst generiere. Selbstverständlich blicken sie zurück und erkennen die Evolution des Wählscheibentelefons zum Smartphone oder die Entwicklung des einstigen vermeintlichen Allheilmittels Aderlaß zu den modernen Produkten der Pharmazie. Sie sind jedoch blind, genauer gesagt unwissend gegenüber der Triebfeder dieser Evolution hin zu mehr Wohlstand, technischem Fortschritt und höherer Lebenserwartung. Sie denken, so sind nun einmal die Menschen, sie erfinden andauernd Dinge, die das Alte ersetzten, sie wollen immer viel Geld verdienen, deshalb lassen sie sich unentwegt Dinge einfallen, und vor allem kommen stets junge Menschen mit neuen Ideen daher, die das Alte abservieren. Und es ist völlig gleichgültig, wie diese jungen Menschen im Kerne beschaffen sind, welcher Ethnie sie angehören oder welchen Gott sie anbeten. Irgendwie geht es immer voran.

Das erinnert mich frappant an die Aussage der Grünen Göring-Eckardt, wir bekämen „Menschen geschenkt“ und an den völlig Irren Martin Schulz, der meinte, was die Flüchtlinge uns brächten, sei wertvoller als Gold. Die scheinen tatsächlich zu glauben, selbst bei der Ansiedlung völlig bildungsferner Analphabeten sei der derzeitige Wohlstand und Fortschritt beizubehalten.

Und ein Großteil der Menschen glaubt denen auch noch!

Ein falscheres Bild könnte es jedoch nicht geben. Unser Wohlstand, der technische und medizinische Fortschritt und überhaupt alles, weshalb es immer vorangeht, basiert eben nicht auf  … vielen Menschen, sondern auf ganz bestimmten einzelnen Menschen und auf ganz bestimmten einzelnen Menschengruppen. Schon gar nicht pflanzt sich die Wohlfühlgesellschaft automatisch und schlafwandlerisch von Generation zu Generation fort. Kurz, es kommt nicht darauf an, daß Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Ethnien, Weltanschauung und Religion im Wohlstand und in Freiheit friedlich zusammenleben. Das ist lediglich das Resultat einer funktionierenden und freien Gesellschaft, nicht aber deren Ursache. Vielmehr kommt es darauf an, wer dieses Funktionieren gewährleistet. Und das ist bestimmt nicht die Masse, schon gar nicht eine bunte Masse.

Akif zitiert in diesem Zusammenhang folgendes:

Das ist der Fehler des durch die jahrelange sowohl mediale als auch pädagogische Indoktrination zum Toleranzsäufer umerzogenen Westlers. Er glaubt, alle Menschen und Ethnien auf der Welt seien gleich. Egal, wer von wo herkommt, man updatet ihn durch Sprachkurse (eigentlich Alphabetisierungskurse), Schule und Ausbildung und ein Piktogramm, das darauf aufmerksam macht, daß die Vergewaltigung von Frauen irgendwie uncool ist, mal schnell zu einem Mohammed Schulze und Fritz Öztürk. Da ist Prof. Dr. Heiner Rindermann an der TU Chemnitz, Professor für Pädagogische und Entwicklungspsychologie, anderer Meinung und kann es auch beweisen:

»Nationen, Gesellschaften und Kulturen unterscheiden sich im Kognitiven und diese Muster sind stabil über verschiedene Maße, Umwelten und Zeiten. Zieht man etwa Schulleistungsstudien heran, dann haben in TIMSS 2011 (Trends in International Mathematics and Science Study) jemenitische Schüler in Naturwissenschaften im Schnitt ein Ergebnis von 209 Punkten erzielt und südkoreanische Schüler ein Ergebnis von 587. Wenn man diese Werte von einer 5ooer-Schulleistungsskala zur Veranschaulichung in eine 1ooer-IQ-Skala oder in Lernzuwächse je Schuljahr umrechnet, dann entsprechen sie IQs von 56 und 113 oder einem Unterschied von elf Schuljahren. Ähnliche Muster finden sich in anderen Schulleistungsstudien wie in PISA und IGLU und auch wenn man sich Intelligenztestresultate anschaut: Ganz vorne liegt Ostasien, dann kommen Nordwestmitteleuropa, Nordamerika und Australien-Neuseeland, dann Osteuropa gefolgt von Südeuropa, dann der arabisch-muslimische Raum, Lateinamerika und Zentralasien und schließlich Subsahara- oder Schwarzafrika. Die Muster bleiben stabil, wenn Gruppen migrieren. Ostasiaten sind in Ostasien und auch in Nordamerika führend. Und die Muster sind robust über die Zeit. Technologische Entwicklungsniveaus 1000 v. Chr. und 1500 n. Chr. oder die Entwicklung der Aufklärung im 18. Jahrhundert hängen mit den heute beobachtbaren gesellschaftlichen Niveaus kognitiver Fähigkeiten zusammen.«

Ein Satz hierin müßte ein Land, das keine Rohstoffe besitzt und auch in Zukunft Wohlstand allein aus dem Rohstoff Grips generieren kann und muß, besonders alarmieren: »Die Muster bleiben stabil, wenn Gruppen migrieren.« Das unten Stehende aus dem gleichen Text können wir deshalb für die Zukunft vergessen:
»Staaten, die Bevölkerungen mit hohem kogniti-vem Fähigkeitsniveau haben, sind nicht nur wohlhabender, sie sind im Schnitt auch freier und demokratischer, Rechtsstaat und Gleichberechtigung sind in ihnen weiter entwickelt, die Regierungen sind kompetenter. Diese Gesellschaften haben geringere Mordraten und sind friedlicher. Ihre Bevölkerungen sind gesünder und sie leben im Schnitt länger. Die Nationen sind in Technik erfolgreicher, ihre Fluglinien verzeichnen seltener Abstürze, es gibt in Arbeit und Verkehr weniger Unfälle. Sie sind besser in Bildung und Wissenschaft und sie weisen mehr intellektuelle und künstlerische Höchstleistungen auf. Die Moderne an sich ist eine kognitive Moderne und sie ist ohne hohe kognitive Fähigkeiten weder zu meistern noch voranzubringen.« 

Kapitel 4 „Die Evolution des Spießers

Der Spießer ist in Akifs Buch derjenige, der sich lieber mit den Gefährdern seines eigenen Volkes, ja seiner eigenen Nachbarn abfindet bzw. gemein macht, als dagegen zu protestieren, um nur nicht in ein falsches Licht gerückt zu werden.

Der Spießer dagegen ist gemeingefährlich weil er seine ihm eingeimpfte eingeschränkte Sichtweise aktiv und aggressiv vertritt und dafiir auch in Kauf nimmt, daß seine Nachbarn und. Mitmenschen dadurch der Auslöschung anheimgegeben werden. Zudem ist diese Sichtweise keineswegs nur ideell motiviert, sondern mit der Hoffnung auf handfeste Vorteile geknüpft. schlechter Letzt sind die Handlungsweisen des Spießers von Zeitgenossen, die viel cleverer als er sind und seinen Charakter längst durchschaut haben, wunderbar manipulier- und lenkbar. Was gestern als des Spießers Feind galt, kann heute sein ihn ergötzender Lebensinhalt werden und umgekehrt. Er ist kein besonders heller Menschenschlag. Die Anthropologie erkennt in dem Spießer den etwas retardierten Bruder der Gruppendynamik.

Klar. Hierzulande kommt niemand in einen Gemeinderat, der sich vorher – vielleicht sogar noch öffentlich – kritisch gegenüber der unkontrollierten Zuwanderung geäußert hat. Lieber duckt man sich weg und nickt alles ab. Pöstchen und Ansehen sind ja wichtiger.

… handelt es sich bei dem Spießer nicht um einen selbstlosen Opportunisten, der sich für das vorgegebene und erlaubte Gut-brav-und-anständig-Sein mit einem warmen Handschlag zufriedengibt. Nein, er will für seine Zustimmung zu diesem Lebenskonzept den öffentlichen Nachweis der moralischen Überhöhung seiner Person, noch lieber jedoch einen geldwerten Vorteil.

… Er mußte also fortan nicht nur für die Außenwelt daran zu glauben scheinen, daß er es für die normalste Sache der Welt hielt, wenn seine Lebens-
qualität durch die fremde Dauerinvasion sowohl ästhetisch als auch emotional, vor allem aber pekuniär den Bach runterging, sein Sohn durch »Jugendliche« zum Krüppel geschlagen oder ermordet und seine Tochter vergewaltigt wurde. Von wegen, so ein bißchen Toleranzshow reichte in Zeiten der von oben anbefohlenen Vernichtung seiner Heimat, Kultur und körperlichen Unversehrtheit lange nicht mehr aus. Nein, er mußte autosuggestiv, um nicht zu sagen suizidal sein Hirn komplett neu verdrahten, am besten vorher einen Reset machen und für den fremd-ländischen Heimatzerstörer, Schmarotzer, Vergewaltiger und Mörder vollstes Verständnis aufbringen, die Schuld bei sich suchen und sich so richtig in alle Körperöffnungen penetrieren lassen, um ja nicht Nazi-Wasser auf die Nazi-Mühlen der Nazis zu schütten. Umprogrammierung total! Der springende Punkt war jedoch ein anderer. Er mußte der Schändung seines angestammten Lebensraums und -stils durch das Fremde, genuin den Islam nicht nur aus tiefster Überzeugung orgiastische Begeisterung entgegenbringen, sondern unter Zuhilfenahme seiner alten Spießer-Stärken wie Rechthaberei, Selbstgerechtigkeit, Denunziation, Humorlosigkeit, Mitläufertum, Intoleranz, Dummheit, unterdrückter Aggression, Mordlust und insbesondere Opportunismus der guten Sache im Namen einer von Hyänen erfundenen Fake-Moral zum Sieg verhelfen. So wurde der Multi-Kulti-Spießer geboren.

Kapitel 5 „Die fiktionale Wirklichkeit

Es beschreibt jenen Zustand, in dem sich die allermeisten Deutschen derzeit zu befinden scheinen, schaut man sich diverse Umfragen und Wahlergebnisse an. Klar, Umfragen sollte man fast nie glauben, werden sie doch nur veröffentlicht, wenn das Ergebnis dem Auftraggeber auch in den Kram passt. Oder er sie fälscht. Wer will das schon nachprüfen?

Gegenwärtig sind die Deutschen Gefangene ihrer selbst. Die Erinnerung an frühere Zeiten, als sie noch ein freies und reicheres Leben führten, ist verblaßt, kaum mehr vorhanden. Die Deutschen gehen jetzt mit der Zeit. Und diese Zeiten sind rosig, wenn man der Politik und den mit der Nase in der Arschritze der Politik hängenden Block-medien (oder ist es umgekehrt?) Glauben schenken darf. Täglich erscheinen Erfolgsmeldungen darüber, wie gut es den Deutschen heutzutage doch gehe, wie geil es mit der Wirtschaft und den Exportüberschüssen laufe, wie jedes Jahr ein neuer Rekord an Steuereinnahmen aufgestellt werde (als ob das ein Grund zum Jubeln sei), wie rasant die Zustimmung für die eine oder andere Regierungspartei steige usw. Das alles mag man für Propaganda halten. Aber ich bin anderer Meinung. Denn offenkundig stimmen die meisten Deutschen in diesen Freudentaumel tatsächlich ein. Das kann man sehr schön daran erkennen, wie sie — gleichgültig, bei welcher Wahl — zu bis zu 85 bis 90 Prozent immer noch die üblichen Parteien wählen, die in summa dieselbe verheerende Politik betreiben wie bisher und auch künftig betreiben wollen und werden. Selbst wenn die AfD tatsächlich eine Alternative wäre und sagenhafte 3o Prozent der Stimmen für sich einsammelte, was sehr unwahrscheinlich ist, so ist diese Marke nichts gegen die 70 Prozent von Wählern, die immer noch für die »Altpartien« votierten …

Der Mensch scheint das einzige Lebewesen zu sein, das in der Lage ist, sich selbst eine Realität einzureden, gleichgültig wie es um die tatsächlichen Umstände beschaffen ist.

In den letzten Jahren hat sich Deutschland enorm verändert, insbesondere demogra-phisch, ethnisch und durchweg zum Negativen hin. Doch es hat sich nicht von sich aus verändert. Gesetze, Interessen von bestimmten Menschengruppen, Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen von Politikern, Stimmungslagen, substanzlose und naive Voraussagen von Soziologen, das Staatsfernsehen und als »News« vekleidete Meinungen von grün-linken Journalisten haben dies verursacht. Das Sonderbare aber ist, daß bis auf wenige Ausnahmen selbst jene Deutschen nichts gegen diese Entwicklung unternommen haben, die ihr kritisch bis aggressiv ablehnend gegenüberstanden. Im Gegenteil. keine geringe Anzahl der Deutschen hat diese Veränderung aus ganzem Herzen gutgeheißen. und viele von ihnen tun es heute noch. Und das obwohl die deutsche Realität inzwischen teils einem Horrorfilm gleicht. Ein Terrorakt folgt dem nächsten, bei denen Menschen überfahren niedergemetzelt und in die Luft gesprengt werden. Wir hören und lesen von Messerstechereien, gar von bestialischen Axt- und Machetenschlachten, sexuelle Belästigung und Gewalt, ja grausamste Vergewaltigungen sind nicht täglich, sondern mehrmals täglich zu vermelden; aggressive Jungmännerhorden besetzen immer sichtbarer den öffentlichen Raum und vertreiben die Einheimischen aus ihren mit Millionen von Steuergeldern errichteten Erholungsstätten wie Parks, Flußpromenaden und Marktplätzen, und nonstop ist eine am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Polizei, gar nicht so selten zu Hundertschaften unterwegs, um muslimische Männer in Asylantenheimen oder anderswo zu bändigen.

Kapitel 6 „Am Ende des Übergangs

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass viele Menschen dieses Buch lesen. Es ist – wie viele Bücher – eine Bestandsaufnahme, eine Chronik, eine Zusammenfassung der Gegenwart. Das Dumme, wie ich finde, ist nur, dass niemand von den Spießern und Gutmenschen es lesen wird und anfängt, umzudenken, sondern dass es wieder nur die sein werden, die ohnehin auf dem Laufenden sind, die wissen, dass Akif Recht hat.

Das Groteske ist, daß die Mehrheit keinen Unterschied mehr … sieht. Im Gegenteil, die Scheinwelt erscheint ihr sogar realer als das, was sich in der Nachbarschaft und auf den Straßen abspielt. Selbst wenn Autos und Lastwagen in Menschenmengen rasen oder (in der harmloseren Form) das Straßenbild immer muslimischer und afrikanischer wird, bleibt der Deutsche in seiner von sektiererischen Heimathassern und weltfremden Theoretikern gezimmerten Parallelwirklichkeit und träumt sich in eine Zukunft, in der alle multikulturellen Träume wahrgeworden sind und sein Land aussieht wie eine Werbung für einen Fruchtsaft mit ganz vielen bunten Schauspielern. Dinge sind real, wenn du an sie glaubst! Der Deutsche hat sich an den Schmerz gewöhnt, spürt ihn kaum mehr, er befindet sich im Übergang.

Danke Akif, für Deine Arbeit und Deine Unermüdlichkeit, noch etwas zum Guten zu wenden!

Ich habe das Buch an zwei Tagen verschlungen und kann es jedem nur empfehlen.

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Albtraum in der Ulmenstraße – Eine Satire aus gegebenem Anlass

Albtraum in der Ulmenstraße – Eine Satire aus gegebenem Anlass

Ich bin eigentlich kein großer Ausgeher. Viel lieber bin ich zuhause, in meinen eigenen vier Wänden. Da kann ich machen, was ich will, bin niemandem Rechenschaft schuldig und hab vor allem meine Ruhe! Ruhe zu haben, ist ganz wichtig. Also, für mich zumindest. Besonders beim Schreiben brauche ich Ruhe, da stört sogar das Ticken einer Uhr und Radio oder überhaupt Musik im Hintergrund geht gar nicht! Manche können erst kreativ werden, wenn Heavy Metal im Hintergrund läuft. Wolfgang Hohlbein zum Beispiel, der hört beim Schreiben Heavy Metal. Könnte ich nicht. Allerdings bin ich auch kein Metal-Fan. Egal. Wo war ich? Ach ja. Nun, jedenfalls hatte ich an dem Abend beschlossen, doch mal wieder rauszugehen. In der Ulmenstraße gab es das sogenannte Literaturhaus, was eigentlich nichts weiter war, als eine alte, renovierte Villa, in der hin und wieder „Symposien“ stattfanden oder auch „Literaturabende“. Da saß dann ein Häuflein eher unbekannter Leute vor einer kleinen, improvisierten Bühne, auf der ein – meistens jedenfalls – ebenso unbekannter Schreiberling irgendwas aus seiner Loseblattsammlung zum Besten gab und dafür artig beklatscht wurde. Es war amüsant, zu beobachten, wie sich das Häuflein Leute furchtbar wichtig vorzukommen schien, während sie den Ergüssen des temporären Bühnenbesatzers lauschten. Wenn ich überhaupt mal in die Ulmenstraße ging, dann auch nur der Unterhaltung wegen und nur, wenn ich sicher war, dass meine Nerven mitspielten.

Als ich ankam, war schon etwa die Hälfte der Plätze besetzt. Das Literaturhaus war so eine Art Verein, dem man beitreten konnte, dafür freien Eintritt hatte und sich am Buffet bedienen konnte. Das Buffet war wirklich lecker! Und mein Kühlschrank an diesem Abend ziemlich leer, aber das nur am Rande. Jedenfalls suchte ich mir einen Platz an einem der Stehtische, die an den Wänden aufgestellt und mit todschicken, schneeweißen, sogenannten Hussen verschönert waren. Was auch vonnöten war, denn darunter waren es nur gebrauchte, billige Stehtische, die irgendeine Knackwurstbude billig bei eBay verscherbelt hatte.

Vor der improvisierten Bühne, die aus drei übereinandergestapelten Europaletten und einem Brett als Deckel bestand, war ein kleiner Disput entbrannt. Eine zierliche, ältere Frau in einem grau-blauen Wollkleid sprach aufgeregt auf den Literaturvereinsvorsitzenden ein und wedelte dabei mit zwei dünnen, weißen Taschenbüchern vor seiner Nase herum. Soweit ich das von meinem Platz aus sehen konnte, waren einige Seiten mit bunten Lesezeichen markiert. Leider bekam ich von dem Gespräch zunächst nur Satzfetzen mit, da zugleich ein Tontechniker sein „Test-Test“ am Lesepult durch den Raum hustete.

„Aber Sie müssen“, hörte ich schließlich die ältere Dame energisch fordern. Der Vorsitzende schüttelte unnachgiebig den Kopf und schien auch ein klein wenig … nunja … angefressen.

„Ich muss zunächst mal gar nichts, verehrte Frau Jahnke“, erklärte er. „Es mag sein, dass Sie diese beiden Bücher verfasst haben, aber wir haben es uns zur Prämisse gemacht … „

„Diese beiden“, fiel ihm sein Gegenüber empört ins Wort. Obwohl, was wirklich empört bei ihr heißt, sollte ich erst noch erfahren. „Diese beiden? Ich habe fast fünfzig Bücher geschrieben! Ich schreibe seit … „

„Das mag ja sein“, unterbrach der Vorsitzende seinerseits. „Aber wir haben uns nun mal dazu entschieden, nur Autoren lesen zu lassen, die in einem Publikumsverlag veröffentlichen und von denen wir uns entsprechendes Renommee erwarten. Verstehen Sie das nicht?“

„ … seit über vierzig Jahren schreibe und veröffentliche ich. Es ist eine Frechheit, dass Sie mir kein Podium bieten wollen. Haben Sie gehört? Eine Frechheit!“

Frau Jahnke hatte offenbar gar nicht zugehört. Der Vorsitzende senkte für einen Moment resigniert den Kopf und sah sich dann im Saal nach Hilfe um, die ihm verwehrt blieb, während Frau Jahnke unentwegt auf ihn einredete.

„Ich bin eine schreibende Frau, habe vierzig Bücher … „

„Eben waren es noch Fünfzig.“

„Habe fünfzig Bücher geschrieben, mehr als die meisten hier zusammen, habe ich mich mit der hiesigen Literatur beschäftigt, ihr meine Zeit geopfert, schreibe im Internet darüber und … „

Ich wollte mich eigentlich schon erbarmen und den bedauernswerten Vorsitzenden mit einem Vorwand am Arm aus dem Saal ziehen, als mir ein anderer zuvor kam und ihm ein Telefon in die Hand drückte. Die Dankbarkeit konnte ich bis an meinen Hussen-Tisch spüren.

Spüren konnte ich auch, dass sich mir an diesem Abend Ärger näherte, nämlich, als Frau Jahnke schnurstracks auf meinen Tisch zukam.

„Guten Abend“, sagte sie schweratmend und knallte ihre beiden Bücher direkt neben meine Schnittchen, die ich vorsichtshalber auf die andere Seite bugsierte, bevor sie am Einband ihrer geistigen Ergüsse noch klebenblieben.

„Hallo“, sagte ich freundlich. Und dann erstmal nichts mehr, weil ich nicht hergekommen war, um Smalltalk zu betreiben. Frau Jahnke ließ ihren finsteren Blick durch den Saal gleiten, der sich zunehmend mit adrett gekleideten Leuten füllte. Irgendwie kam ich mir in meinem schwarzen Sweatshirt mit der Aufschrift EINEN SCHEISS MUSS ICH ein klein wenig underdressed vor.

„Ignoranten“, fauchte Frau Jahnke.

„Bitte“, fragte ich höflich.

„Alles Ignoranten“, wiederholte sie. „Schreiben Sie auch?“

„Ja, doch“, sagte ich. „Allerdings … „

„Sagen Sie nur, Sie lesen heute?“

Frau Jahnke schien einiges zu können. Zuhören und ausreden lassen, gehörte offenbar nicht dazu.

„Um Himmels Willen“, sagte ich. „Das wäre die Hölle für mich. Ich musste einmal als Jugendlicher bei einem Autorenwettbewerb für Schüler vorlesen. In Berlin, 1986. Nie wieder. Ich bin fast gestorben!“

„Sie haben einen Wettbewerb gewonnen?“

„Naja, als Schüler halt. Nichts Ernstes.“

„Ich habe vierzig Bücher geschrieben.“

„Fünfzig.“

„Was?“ Frau Jahnkes Giftpfeile verfehlten mich um Haaresbreite.

„Sie sagte doch, es wären Fünfzig. Dem Vorsitzenden gegenüber. Grade eben.“

„Ignoranten“, zischte Frau Jahnke. Dann schob sie mir eines ihrer Bücher zu und besiegelte mein Schicksal. „Hier, lesen Sie mal!“

„Also, ich … „

„Na na, keine Hemmungen.“ Sie rang sich ein zuversichtliches Lächeln ab und nickte. Ich legte die Essiggurke zur Seite und nahm das Buch in die Hand. Die Fensterputzerin hieß es und handelte von einer einsamen, alleinstehenden Frau, die ihre Erfüllung darin fand, jede ihrer Hausarbeiten minutiös zu planen und ebenso sekundengenau auszuführen. Das Drama bestand darin, dass ein übersehener Wasserfleck in der Spüle zu touretteartigen Schreianfällen führte, worauf stets die Psychologin aus der Etage darunter zu Hilfe eilen und sie wie ein Baby beruhigen musste, indem sie sie unentwegt loben musste, wie schön sie doch die Fenster geputzt hatte. Lob war für die Fensterputzerin ganz, ganz wichtig!

„Oha“, sagte ich, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. „Starker Stoff.“

„Ja, nicht wahr? Ich schreibe gern Ernsthaftes und Gesellschaftskritisches!“

„Bei welchem Verlag sind Sie denn“, fragte ich, weil ich auf dem Buch keinen Hinweis finden konnte.

„Ich habe keinen Verlag“, sagte Frau Jahnke nicht ohne Stolz. „Ich mache alles selbst.“

„Ach so“, sagte ich. „Ich bin auch Hobbyautor. Also Selfpublisher sozusagen.“

„Ich bin keine Hobbyautorin“, zischte Frau Jahnke gefährlich langsam. „Das ist eine Beleidigung, junger Mann!“ Es war wie eine Verwandlung von Jekyll zu Hyde.

„Wieso das denn?“

„Ich bin eine schreibende Frau, die seit fünfzig Jahren … „

„Nicht vierzig …?“

In diesem Moment nahm sie meine Gabel und rammte sie mir mit einem wütenden Schrei in die rechte Hand. Für eine Sekunde war ich geschockt und betrachtete interessiert, wie sich das Ketchup, mit dem ich noch vor einer Minute die Frikadelle garniert hatte, mit meinem hervorquellenden Blut vermischte. Dann kann der Schmerz und ich schrie entsetzt auf. Neben mir begann eine Frau im Abendkleid zu kreischen, ich wirbelte erschrocken herum und besprühte sie dabei mit einem feinen Blutnebel.

„Ich bin keine Hobbyautorin“, schrie Frau Hyde-Jahnke und begann, mit Geschirr in die Menge zu werfen. „Ich bin keine Hobbyautorin!“

Panik kam auf. Ich hielt meine blutende Hand umklammert und bahnte mir verzweifelt einen Weg durch die aufgeregte Menge, die zum Ausgang drängte. Eine Glaskaraffe traf mich am Kopf und ich ging zu Boden, jemand trat auf die Gabel, die in meiner Hand steckte und bog sie um. Der Schmerz war so furchtbar, dass ich ihn eigentlich kaum mehr wahrnahm. Frau Hyde-Jahnke kam mit einem erhobenen Steakmesser vom Buffet auf mich zu, Wahnsinn funkelte in den blutunterlaufenen Augen. Das Messer verfehlte mich nur knapp, allerdings landete es im Hals des armen Vorsitzenden und der Blutschwall aus dessen Arterie verwandelte den Boden in eine rote, schmierige Rutschbahn, auf der die Leute übereinander fielen und sich in der Panik die Knochen brachen, während Frau Hyde-Jahnke wildgeworden auf den Vorsitzenden einstach und ihm dabei sogar ausgesprochen sachlich erklärte, wieso Hobbyautorin eine Demütigung, ja geradezu eine Degradierung für sie darstellte.

„Ich bin seit sechzig Jahren eine schreibende Frau, ich habe vierhundert Bücher veröffentlicht“, greinte sie, während das gezackte Steakmesser Stücke aus dem Literaturvereinsvorsitzenden riss und in die Gegend schleuderte. „Iiiiich biiiiin keeeiiinnneeee Hobbbbbiiieee …“

Und da wurde ich wach.

Meine Hand unverletzt. Mein Kühlschrank immer noch leer. Auf dem Bildschirm vor mir ein Literaturforum im Internet. Warum ich keinen Verlag finde Trauriger Smiley. Letzter Post von Frau J:

Alles Ignoranten!!!

 

 

 

 

 

 

Es regnet, also schreib ich

Naja, die Vorhersage für den Mai verheißt ja nix Gutes. Wettertechnisch jedenfalls. Im Moment pieselt es feuchtfröhlich vor sich hin und der Einzige, der raus will, ist mein alter Kater Leonardo. Eigentlich wollte ich den Rechner schon wieder ausmachen und mich mit „Krieg der Welten“ von H. G. Wells aufs Sofa lümmeln, da stieß ich beim Herumklicken auf einen alten, fünfteiligen Artikel im Literaturcafé aus dem Jahre 2010, in dem es um abgelehnte Manuskripte, Hobbyautoren, Selbstverliebtheit und dergleichen ging und auch darum, dass eine Ablehnung oder auch nur eine Kritik  natürlich nie mit dem eigenen Unvermögen zu tun hat, sondern immer am Verlag liegt, der die Genialität des Autors einfach nicht erkennt.

So ein Depp aber auch!

Der Artikelverfasser („Autor“ darf man ja nicht mehr sagen), ist Tom Liehr, Schriftsteller aus Berlin. Ganz ehrlich? Nie von dem gehört, auch die Artikelreihe scheine ich komplett übersehen zu haben, obwohl ich mindestens einmal täglich im Literaturcafé reingucke. Egal, jedenfalls hier gleich mal ein Zitat aus dem zweiten Teil, das ich mir am liebsten gerahmt an die Wand hängen möchte:

Der folgende Gedanke lohnt einer genaueren Erwägung: Ist es möglich, dass wir »die Leser« überhaupt nicht kennen – und überhaupt nicht wissen, was die eigentlich wollen? Ist denkbar, dass wir ein völlig falsches Bild von »ihnen« haben? Gar überhaupt keine Ahnung über sie? Kann es sein, dass wir unser – zuweilen leicht verzerrtes – Selbstbild auf sie adaptieren, dass wir sie gar mit uns verwechseln? Dass wir, wenn wir denken, wir würden für sie schreiben, es tatsächlich doch für uns selbst tun? Damit ist nicht jene Naivität gemeint, die viele, die auf den Markt zu drängen versuchen, wie einen Schutzschirm vor sich herzutragen: Ich muss gehört werden. Das hier ist wichtig, sogar entscheidend. Ohne meinen Text geht der Welt etwas verloren. Sondern eher der diffuse Irrglaube, man wüsste sehr viel besser als jedermann sonst, was als Lektüre erwünscht ist und was nicht. Schließlich stellt man sie her. Das qualifiziert. Oder?

Es geht in diesem Teil darum, für wen wir eigentlich schreiben.

Wir schreiben selbstverständlich nicht für uns (das machen Therapieschreiber, und die mag niemand), und wir wären keine Künstler, wenn wir für Verlage schrieben, also tun wir es fraglos für die Leser. Bildende Künstler malen auch nicht für Galerien, Darsteller interpretieren nicht für Produktionsfirmen, Tänzer drehen ihre Pirouetten nicht für Ballettregisseure.

Genau da liegt das Problem, das offenbar so viele nichtverlegte Hobbyautoren haben. Sie halten sich für was Besonderes, die nur von all den Anderen nicht verstanden werden. Das ist meine Wahrnehmung der Dinge.

Und an die kann und will ich mich nicht anschließen!

Ich bin mit Leib und Seele HobbyAutor (Leck mich am Arsch, Genderwahn!). Ich schreibe, weil zum Kuckuck es mir Spaß macht. Ich schreibe Geschichten, die ich selbst gern lesen würde über Themen, zu denen ich selbst gern andere Bücher lese! Und ich finde keinen Verlag? Ja wie schlimm ist das denn? Könnte es vielleicht daran liegen, dass für meine Themen im völlig übersättigten Buchmarkt kein Platz mehr ist, ja, sie vielleicht überhaupt niemanden, außer mich selbst, interessieren? Oder … um Himmels Willen, gar nicht auszudenken … meine Fähigkeiten für den Profibetrieb einfach nicht ausreichen?

Ich finde es ja besonders bezeichnend, wenn Hobbyautoren sich in diversen Bücherforen, in denen ich ab und an vorbeischaue, bitterlich beklagen, wie schwer es doch sei, bei einem Verlag unterzukommen und dann nicht mal diesen Post rechtschreibtechnisch fehlerfrei hinbekommen. Achso, Moment, ich wurde ja mal belehrt, das sei ja nur ein Forum und da wäre das nicht so schlimm. Ich muss nicht erwähnen, dass ich nicht mal mehr weiß, wie das Forum hieß? Prima. Danke.

Weiter schreibt Tom Liehr (und auch das kenne ich irgendwoher, komme grade nicht drauf …):

Gelegentlich liest man Äußerungen frischgebackener Autoren, die das Gefühl aufkommen lassen, eine Änderung des Textes (oder gar der Arbeitsweise des Autors), die dazu führen könnte, dass sich dessen Marktchancen verbessern, käme einem Kapitalverbrechen gleich. Man will zwar auf den Markt, und zwar unbedingt und ganz sicher als Autor eines größeren Verlags, aber der Punkt hinter dem letzten Satz des Manuskripts ist eine unantastbare, heilige Größe – wie auch jeder Buchstabe und jedes Satzzeichen zuvor.

Meine Fresse! Ich kann es gar nicht beschreiben, WIE GERNE ich Hinweisen eines Verlags folgen würde, WIE SEHR ich Änderungswünsche akzeptieren würde, um der Geschichte zum Erfolg zu verhelfen! Wie kann man nur so … ich weiß nicht … ignorant, arrogant oder was auch immer sein und denken, dass der Text so und nicht anders vom Verlag gefälligst zu akzeptieren sei, da er mich sonst in meiner „künstlerischen Freiheit“ beschneidet?

Jemand der so denkt, landet völlig zu Recht im Lektorats-Mülleimer!

Die Argumentation, mit der das begründet wird, gleicht derjenigen, mit der sich Autoren in BoD-Foren und ähnlichen Veranstaltungen ihre halbverlegerische Tätigkeit schönreden. Da wird von »Kontrolle behalten« gesprochen, von »uneingeschränkter Freiheit«, gar von der eigenen Identität als Autor und Künstler. Der sei man schließlich, und die ganzen Verlagskläuse hätten einfach keine Ahnung. Der Schritt vom fertigen Manuskript zum Publikumsverlag wird als selbstverständlich angenommen und erwartet, und man ist nicht gewillt, die eigene Arbeitsweise und ihr Ergebnis zu hinterfragen. Wenn es dann erwartungsgemäß nicht zu einem Verlagsvertrag kommt, sind immer die anderen Schuld, niemals man selbst. Immerhin hat man doch alle verfügbaren Ratgeber inhaliert und auch nach Meinung der beschaulichen Autorengruppe, deren Mitglied man ist, ein exzellentes Exposé und eine hinreißende Leseprobe abgeliefert.

Nein, ich hab ja schon mal erwähnt, wieso ich meine Bücher bei BoD, bzw. nach diesem Prinzip veröffentliche. Nicht aus den im Zitat erwähnten Gründen, das überlasse ich anderen. Ich rede mir auch nichts schön, wahrscheinlich bin ich dazu viel zu realistisch und langweilig. BoD bietet die Gelegenheit, meinen Geschichten eine Art Zuhause zu geben und sie verfügbar zu machen für diejenigen, die sie lesen wollen.

Mehr will ich gar nicht.