Die Autorenschaft und das Veröffentlichen

Häh? Die was?

Gemach, gemach, immer schön Galama und der Reihe nach. Auf Facebook wird in einer Selfpublisher-Runde gerade gefragt, wie SPler einen „richtigen“ Verlag gefunden haben. Die Antworten sind vielfältig. Manche gehen offenbar mit ihren Manuskripten auf Messen und quatschen einfach Leute von den Verlagen an. Scheint mal zu funktionieren, mal nicht. Ich könnte mir so eine Art von Klinkenputzerei nicht vorstellen. Vielleicht muss man auch für sowas geschaffen sein, also auf Leute einfach zuzugehen. Eigenbrötler, der ich bin, könnte ich sowas gar nicht. Andere wiederum werden von Verlagen angeschrieben, nachdem sie ein Buch auf irgendwelchen Plattformen hochgeladen haben. Welche das sein sollen, ging nicht so ganz draus hervor, aber böser Mensch der ich bin, tippe ich mal, dass sich da nicht Random House meldet, sondern eher einer von den DKZV-„Verlagen“. Okay, wie gesagt, ist nur ’ne Vermutung.

Meist wird aber auf die Verlagsseiten hingewiesen, wo genau stünde, wie der jeweilige Verlag mit Einsendungen umgeht, bzw. wie diese auszusehen haben. Grundsätzlich gilt ja, keine kompletten Manuskripte einzusenden. Logisch, kein Verlagsmensch hat Zeit, all das durchzulesen, was eingesendet wird. Es wird geraten, Leseproben sowie ein Exposé zu schicken. Natürlich erst, nachdem man sich über das Verlagsprogramm schlau gemacht hat, ob die Geschichte überhaupt dort hineinpasst. Und man soll nach seriösen Verlagen Ausschau halten. Wie das geht, findet man hier. Okay, kein Problem.

Was aber, wenn dann nicht nur Absagen kommen (wofür man ja schon dankbar wäre, suggeriert es doch zumindest, das es gelesen wurde), sondern wenn gar nichts kommt? Also so richtig nichts. Null. Nada (oder wie man das schreibt). Und wenn man dann nach Wochen mal vorsichtig nachfragt und gesagt bekommt: „Ach stimmt ja, Sie wollten ja noch ’ne Antwort …“ dann hat man angesichts dieser offenkundigen Ignoranz irgendwann auch keine Lust mehr.

Und nochmal: Ich erwarte bei allen Heiligen keine ausführliche Begründung für eine Ablehnung, ich weiß, dass Verlage bei den Unmengen Zusendungen dafür einfach keine Zeit haben. Ja, ich würde mich – im Gegensatz zu manch anderen Zeitgenossen – sogar freuen, wenn mir jemand sagen würde, das sei kompletter Bullshit, den ich verzapfe! Dann wüsste ich, okay, komm, lass es, bringt nix. Geh töpfern oder häkel Topflappen für’n Flohmarkt oder was weiß ich …

Aber so ein ausgeprägtes Desinteresse ist echt nicht schön. Und offenbar bin ich nicht der Einzige, der solche Erfahrungen (es waren eine ganze Reihe) gemacht hat.

Egal. Sei’s drum. Daher bin ich beim Selfpublishing gelandet und freue mich über jede(!!!) Reaktion und jedes verkaufte Buch und seien es auch noch so wenige 😉

Achja, fast vergessen: Die „Autorenschaft“.

Nun, ich hatte es ja vor Kurzem mal über diesen hirnverbrannten Genderwahn geschrieben, der immer mehr um sich greift und der die ganz natürlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern abschaffen soll. (Doch, das ist der langfristige Plan!!!) Mit einigem Grausen hab ich jetzt erfahren, dass es tatsächlich ein „Gender-Wörterbuch“ im Netz gibt, das ich bewusst nicht verlinke, weil ich für SO EINEN GROTTIGEN MIST nicht auch noch Werbung machen will. Kann jeder selbst googlen, Empfehlung an diejenigen mit gesundem Menschenverstand: Kotztüte bereithalten!

Jedenfalls: Nach diesen Genderbekloppten hat es also gefälligst keine Autoren und Autorinnen mehr zu geben, sondern nur noch „die Autorenschaft“. Wahlweise auch „Urheberrechtsinhabende“ oder „Verfassende“

Oh Mann Leute … !

 

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3 Gedanken zu “Die Autorenschaft und das Veröffentlichen

  1. Man muß nicht alles mitmachen, braucht aber meiner Meinung nach, nicht alles beschimpfen, was einem vielleicht nicht so genau gefällt. Mir fällt zum Beispiel auch öfter auf, daß sich sehr selbstbewußte Frauen, zum Beispiel „Arzt“, „Dichter“ oder „Wissenschaftler“ nennen und dann pikiert schauen, wenn ich sie auf „Wissenschaftlerin!“ oder so korrigiere.
    „Hören Sie damit auf, kommen Sie mir nicht mit diesen Unsinn!“, lautet dann oft die empörte Antwort.
    „Wieso, sind Sie denn keine Frau?“, kann man (oder frau) trotzdem zurück fragen.
    Das das eine, zu dem, vielleicht sehr engagierten Versuch, vielleicht ein wenig zu ändern.
    Das Beispiel, was ich Ihnen vor kurzem gab und das ich bei meiner Tochter erlebte, daß sich die Kinder, dann schon das herausuchen, was für sie passt und was sie lesen und womit sie spielen wollen, mag Ihnen vielleicht ein wenig Hoffnung geben und das andere, die Verlagsautoren und die Selfpublischer, das ist, glaube ich, noch immer ein sehr sehr weites Land, an dem sich wahrscheinlich nicht nur Arthur Schnitzer noch abarbeiten muß, obwohl es in der letzten Zeit einige Veränderungen und positive Ansätze gegeben hat.
    In Leipzig gibt es schon den Teil einer Halle mit sogenannten Selfpublisherständen, aber dann rennen die Autoren und die Autorinnen noch immer herum und versuchen einen Verlag zu finden, weil das wahrscheinlich noch immer das Angsehenere ist, während man oder frau, wie es mir erst kürzlich passierte, sich ja noch immer ein wenig rechtfertigen muß oder das Gefühl hat, man müßte es, wenn man sein selbstgemachtes Buch aus der Tasche zieht und es dem Gegenüber hinhalten will, der oder sie es dann vielleicht gar nicht ansehen möchte.
    Dazu habe ich vor kurzem im Sinne der „10 Geschichten-Challenge der Annika Bühnemann“ xhttp://www.vomschreibenleben.de/10-geschichten-in-30-tagen/, die ich Ihnen auch empfehlen könnte, eine Geschichte geschrieben, die demnächst auf meinen Blog erscheint.
    Ja, es schreiben immer mehr Leute, ob dann auch genausoviel lesen, bin ich mir gar nicht so sicher, aber Sie wissen ja, ich finde das schön und bin eigentlich auch sehr froh, daß das jetzt „Selbpublishing“ und nicht mehr „Eigenverlag“ heißt, was mir ganz ehrlich, genausowenig, wie der Ausdruck „Hobbyautor“ gefällt!
    Liebe Grüße aus Wien und falls es Sie interessiert, vorige Woche war in Wien ganz besonders viel literarisch los, so daß es mich sehr herumgetrieben hat, dabei zu sein, zu beobachten und meinen Senf darüber zu verspritzen, so da ich fast nicht dazugekommen wäre, Ihnen zu kommentieren!

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    1. Liebe Frau Jancak,
      es geht nicht darum, dass mir Gender-Mainstreaming nicht „gefällt“. GM ist eine brandgefährliche Entwicklung, die darauf aus ist – ich schrieb es ja schon – die Unterschiede zwischen den Geschlechtern abzuschaffen. Unterschiede, die ganz natürlich sind, die es schon seit Anbeginn der Menschheit gibt und die sich ebenso lange schon bewährt haben. Das hat nichts (in Worten: nichts) mit dem Begriff der „Gleichberechtigung“ zu tun, was manche vielleicht glauben mögen. Gemäß GM ist das Geschlecht nicht natürlich angeboren, sondern kann jederzeit beliebig gewechselt werden. Bei Facebook gibt es an die 60(!) wählbare Geschlechter! Sie wollen mir nicht ernsthaft erzählen, dass das noch normal ist? Sorry, aber wer sich nicht klar darüber ist, auf welches Klo er gehen soll und deswegen Unisex-Toiletten fordert, hat m. M. nicht alle Latten am Zaun und gehört therapiert. Ja, ist jetzt auch wieder böse formuliert, aber irgendwo hat mein Verständnis für Absurditäten auch Grenzen. GM fordert ja schon die sog. Frühsexualisierung von Kleinkindern! Geht’s eigentlich noch? Eine natürliche Entwicklung zu unterbinden und statt dessen zu indoktrinieren, heute kannst du Junge sein und wenn du Lust hast, morgen ein Mädchen … Hallo??? Egal, ich reg mich schon wieder unnötig auf …

      Vielleicht machen manche Selfpublisher auch den Fehler und sehen SP nicht als Alternative, sondern glauben, wenn sie mit einem gebundenen Buch bei Verlegern aufkreuzen, würde das mehr Eindruck machen? Ist nur eine Vermutung meinerseits! Ich würde das nie tun. Bei Verlagen würde ich – wenn überhaupt – nur mit einem Exposé und einer Leseprobe anklopfen. Ich für meinen Teil habe das aufgegeben, bzw. auf Messen hab ich da ohnehin noch nie gemacht, meine Erfahrungen mit Verlagskontakten hab ich ja geschildert und in der Richtung „rechtfertige“ ich mich auch für SP, falls es mal nötig ist. Klar sähe ich meine Bücher auch gern in Buchhandlungen ausliegen. Aber wenn’s nicht sein soll, dann eben nicht. Vielleicht bin ich da auch einfach zu realistisch, keine Ahnung 🙂 Übrigens würde ich zwischen „Selfpublishing“ und „Eigenverlag“ doch trennen. SP bedeutet, über eine Plattform zu veröffentlichen, die sich um den Online-Vertrieb kümmert (BoD, bookrix, CreateSpace o. ä.), Eigenverlag geht eher in die Richtung, wie Sie es machen. Schreiben, druckfertig machen, zur Druckerei bringen, drucken lassen, selber verteilen.

      Und noch was: Sie erinnern sich vielleicht, dass ich Ihnen ganz zu Beginn mal gesagt hab, ich hätte den Eindruck, dass Sie sich beim Bloggen und Beantworten von Kommentaren viel zu viel Stress machen? Keine Sorge, ich freu mich über jeden Kommentar, egal wann Sie ihn schreiben. Machen Sie langsam, niemand hetzt Sie! 🙂

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  2. Manchmal hetzt man sich selbst und das ist gut und wichtig und manchmal fürchtet man sich vor etwas, was vielleicht auch nicht so gefährlich ist, interessant dazu ist wahrscheinlich auch das Urteil über die Homoxexualität oder, wie ich in den letzten Tagen hören konnte, dieAufhebung der diesbezüglich Verurteilten aus den Sechziger- und Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts.
    Ja, damals sah man es als abnormal gefährlich, pervers oder was auch immer, wenn ein Mann einen Mann und eine Frau eine Frau küsste, sich liebten oder GV betrieben, heute besteht vielleicht ein bißchen Verwirrung bezüglich der Geschlechter.
    Nun ,ich sehe das pragmatischer, wie gesagt, wir kauften unserer Tochter Bubenspielzeug und sie verlangte von ihrer Oma eine echte Barbiepuppe, ließ sich von der dann auch ein rosa Samtkleid kaufen, setzte dazu einen Strohhut auf und ging damit auf ein Faschingsfest als Prinzessein und dann gibt es Buben oder Mädchen, die können mit dem geschlechtsspezifischen Spielzeugen nichts anfangen und haben später dann vielleicht auch Schwierigkeiten damit, auf welches Klo sie jetzt gehen sollen.
    In „Paul und Paula“ habe ich es bißchen darüber geschrieben.
    Also ärgern Sie sich, wenn Sie wollen ruhig weiter, sie werden den Zug der Zeit wahrscheinlich nicht aufhalten können und das ist wahrscheinlich gut und wichtig und wahrscheinlich haben wir im Augenblick ganz andere Probleme, als daß da irgendwo in St. Pölten, das eigentlich als eine sehr konventionelle Provinzhauptstadt gilt, ein Institut versucht, ein bißchen zu gendern!

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