Tschick (2)

Das Buch:

Also es ist wirklich eine Ewigkeit her, dass ich ein Buch von Anfang bis Ende in einem Rutsch durchgelesen habe. Zuletzt war das der Fall bei Dan Brown’s „Sakrileg“. Okay, da waren es zwei Tage, weil ich anderntags wieder früh raus musste. Tschick ist lange nicht so umfangreich, aber es ist jede Zeile, jedes Wort und jede Seite wert. Es gehört zu den Geschichten, von denen man möchte, dass sie nie aufhören. Ich hab lange nicht mehr so gelacht und so mitgefiebert wie mit den beiden Jungs. Das Buch funktioniert einfach, es stimmt alles. Die Figuren, ihre Autobiographien, die Dialoge, das Lokalkolorit, alles greift ineinander wie ein gut geöltes Räderwerk. Es kommt keine einzige Sekunde Langeweile auf und wenn man es gelesen hat, möchte man glatt von vorne anfangen.

Der Film:

Es ist ja kein Geheimnis, dass Literaturverfilmungen ihrer Vorlage fast nie gerecht werden (können). Dazu ist das Medium Film auch gar nicht in der Lage. Beim Lesen entstehen bei jedem andere Bilder im Kopf, im Film übernimmt es der Regisseur, zu entscheiden, wie z. B.  der Darsteller aussieht, wie er spricht oder sich bewegt. Die wenigsten Handlungsstränge können im Film  1:1 übernommen werden, schon aus Zeit- oder Kostengründen nicht. Die letzte Verfilmung einer Geschichte, bei der ich dachte: „Wow, genau wie im Buch!“ war Stephen King’s „Stand by me – das Geheimnis eines Sommers“.

„Tschick“ ist als Verfilmung wirklich sehr gelungen und wirklich sehenswert, aber ich finde, es fehlt der Witz, der die Geschichte so lesenswert macht. Zum Beispiel habe ich mich bei der Szene, in der die Jungs nach dem NORMA-Supermarkt fragen und an diese schräge Familie mit ihren superschlauen Kindern geraten, kaputtgelacht. Im Film hat die Szene überhaupt nicht funktioniert.

Die Schauspieler waren prima, besonders, wenn man bedenkt, dass der Darsteller von Tschick (Anand Batbileg) noch nie vor der Kamera stand. Am meisten gefallen, weil nah an der Figur, die man beim Lesen im Kopf hatte, hat mir die Darstellerin der Isa (Nicole Mercedes Müller). Maik (Tristan Göbel) hatte ich beim Lesen nicht ganz so als Hänfling vor Augen und seine Off-Stimme als Erzähler war stellenweise ein bisschen vernuschelt.

Trotzdem: Absolut sehenswert!!!

http://www.tschick-film.de/#home

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Tschick (2)

  1. Sehen Sie, so geht es auch!
    Finde ich schön, daß Ihnen Buch und Film gefallen hat. Jetzt könnte ich Ihnen „Sand“ und „In Plüschgewittern“ empfehlen. Das Krebstagebuch natürlich auch, obwohl das ja das Leben schildert und keine spannend strukturierte Erzählung ist.
    Finde ich fein, daß Sie in einem Rutsch gelesen haben, tun Sie das öfter und schreiben Sie darüber, würde ich mir wünschen!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s